Anlassen · Gravur · Abtrag

Lasermarkierung: die Verfahren im Detail

Drei Verfahren der Lasermarkierung, ein Faserlaser: Welche Variante die richtige ist, entscheiden Material, Beanspruchung und Anforderungen an die Oberfläche.

// 01 Anlassen

Anlassbeschriftung

Der Laser erwärmt die Oberfläche lokal, im Gefüge entsteht ein Oxid-Farbumschlag: eine dunkle, kontrastreiche Markierung ohne Materialabtrag. Die Oberfläche bleibt vollkommen glatt.

Die Anlassbeschriftung auf Edelstahl ist erste Wahl für Medizintechnik und Hygienebereiche: keine Vertiefungen, in denen sich Schmutz oder Keime sammeln, keine Verletzung der Passivschicht durch Kerben.

// 02 Gravur

Tiefengravur

Bei der Tiefengravur in Metall trägt der Laser Material ab, typisch 0,1 bis 0,2 mm tief; die Markierung ist fühlbar und mechanisch im Bauteil verankert.

Sie übersteht nachfolgendes Lackieren und Strahlen und lässt sich auch durch Schleifen praktisch nicht entfernen. Erste Wahl für Werkzeuge, Formenbau und raue Umgebungen.

// 03 Abtrag

Schichtabtrag

Eine Deckschicht (Eloxal oder Lack) wird selektiv abgetragen, das Grundmetall liegt kontrastreich frei. Das Grundmaterial selbst bleibt unberührt.

Liefert brillante Kontraste auf eloxiertem Aluminium und ermöglicht den Tag-Nacht-Effekt bei hinterleuchteten Frontplatten und Bedienelementen.

Vergleich

Anlassbeschriftung, Tiefengravur und Schichtabtrag im Vergleich

Auswahlhilfe: Eigenschaften der drei Markierverfahren
Kriterium Anlassbeschriftung Tiefengravur Schichtabtrag
Materialabtrag keiner (reiner Farbumschlag) typ. 0,1-0,2 mm nur Deckschicht (Eloxal/Lack)
Haptik vollkommen glatt fühlbar vertieft glatt bis minimal fühlbar
Korrosionsverhalten Oberfläche bleibt geschlossen, korrosionsarm Vertiefung ggf. nachbehandeln (z. B. passivieren) Grundmetall liegt frei, je nach Werkstoff prüfen
Beständigkeit sehr hoch; durch starkes Schleifen entfernbar maximal; übersteht Lackieren und Strahlen so beständig wie die Deckschicht selbst
Typische Einsatzfälle Edelstahl, Medizintechnik, UDI, Hygienebereiche, Typenschilder Werkzeuge, Formen, Teile vor Lackierung, raue Umgebung eloxierte Frontplatten, Gehäuse, Skalen, Tag-Nacht-Design

Technik

Welche Lasermarkierung für welches Material

Unsere moderne Lasergravuranlage arbeitet mit einem Faserlaser bei 1064 nm, dem Industriestandard für Metallmarkierung. Er deckt Edelstahl, Stahl, Aluminium (blank und eloxiert), Messing und Titan ab und markiert zusätzlich markierfähige technische Kunststoffe wie PA, PC, ABS und POM.

Grenzen benennen wir ehrlich: PVC und andere chlorhaltige Kunststoffe bearbeiten wir nicht (Chlorgasbildung), stark reflektierendes Kupfer ist bei 1064 nm anspruchsvoll, und gewölbte Flächen benötigen je nach Geometrie ein Umsetzen des Teils oder Mehraufwand bei der Vorrichtung. Eine Übersicht aller Werkstoffe mit typischen Anwendungen finden Sie unter Materialien.

In der Praxis entscheidet oft die Nachbearbeitung: Wird das Teil nach der Kennzeichnung lackiert, gestrahlt oder beschichtet, führt an der Tiefengravur kein Weg vorbei. Bleibt die Oberfläche wie sie ist, liefert das Anlassen oder der Schichtabtrag das sauberere Ergebnis.

Unsicher, welches Verfahren passt? Schicken Sie uns Zeichnung und Einsatzbedingungen; wir empfehlen die geeignete Variante und liefern auf Wunsch ein Musterteil zur Freigabe. Häufige Fragen beantwortet die FAQ-Seite.

Verfahrensempfehlung gewünscht?

Material, Zeichnung und Einsatzumgebung senden; wir empfehlen das passende Verfahren binnen 24 Stunden.